Die Gründung

 

Am 16. Juni 1900 fanden sich 29 junge Bergmannssöhne im Lokal BERMANN zusammen, um den Turnverein Hüttigweiler zu gründen. (Das Lokal BERMANN war das spätere Gasthaus WOLL, Provinzialstraße 82 - jetzt abgerissen.)

Die Zusammenkunft am 16. Juni 1900 ist der 1. offiziell bekannte Termin zur Gründung des Turnvereins, was jedoch nicht ausschließt, daß die Initiatoren Johann SAHNER, Karl KUHN sen., Nikolaus QUINT, Johann BERMANN, Peter DÖRRENBÄCHER, Alois NIKLAS und Wendel QUINT zur Vorbereitung der Vereinsgründung doch vorher mehrfach zu Gesprächen zusammen gekommen sind.

Die Aufzählung der Namen erhebt nicht unbedingt Anspruch auf Vollständigkeit, da Unterlagen hierfür nicht vorhanden und bei Wiedergabe von Namen aus dem Gedächtnis mitunter Namensverwechselungen, Gedächnislücken oder gar Irrtümer nicht auszuschliessen sind. Mit Sicherheit anzunehmen und zu belegen ist die Hilfe des Turnvereins Michelsberg (Wemmetsweiler) durch dessen Gründer und Vorsitzenden Friedrich LICHT, der die noch jungen und unerfahrenen Turner des TV Hüttigweiler bei der Gründung des Vereins tatkräftig unterstützt hat. Hierfür ist er nach eigenen Angaben später zum Ehrenmitglied des TV Hüttigweiler ernannt worden.

In der Gründungsversammlung, in der vorläufige Statuten beschlossen wurden, fand auch die erste Vorstandswahl statt. Es wurden nach einem vorläufigen Satzungsentwurf gewählt;

Präsident Nicolaus GILGES

Vize Präsident Peter KÖNIG

Turnwart Johann SAHNER

Schriftwart Nicolaus QUINT

Kassenwart Johann BERMANN

Zeugwart Johann BACH

Am 27.08.1900 wurden die endgültigen Statuten der Polizeiverwaltung vorgelegt und von dieser am 30.08.1900 genehmigt. Der Verein schloß sich dem — Blies Gau — an und nahm den Turnbetrieb, soweit es die vorhandenen Möglichkeiten zuließen, an. Verständlich ist, daß der Start des jungen Vereins mühsam und beschwerlich war. Hat es doch an fast allem gefehlt, Geld war knapp und Geräte nicht vorhanden.

Eins fehlte jedoch nicht, nämlich der eiserne Wille, den jungen Verein mit Leben zu erfüllen und im Sinne Friedrich Ludwig Jahn’s Geist und Körper zu stählen.

Der Turnbetrieb wurde aufgenommen.

Trotz aller Beschwerlichkeiten haben es die Turner fertig gebracht, in verhältnismäßig kurzer Zeit die nötigen Turngeräte zu beschaffen, um einen sinnvollen Übungsbetrieb durchzuführen.

Schon 1903 nahm der Verein an dem Gaufest in Bildstock teil. Eine Riege von 8 Turnern beteiligte sich am Reckturnen und erhielt für ihre Leistung den 2. Preis in der 3. Klasse. Ein herrlicher Erfolg, den die junge Riege unter ihrem Turnwart Karl KUHN erringen konnte, zugleich aber auch Ansporn, die Leistungen zu verbessern und das Turnerpotenzial weiter auszubauen.

Die Mitgliederzahl, insbesondere der aktiven Turner, nahm ständig zu, so dass sehr bald eine Auslese getroffen werden konnte und nach und nach Jugendturner und "Zöglinge" ausgebildet wurden (Schüler waren die schulpflichtigen Kinder bis zum 14. Lebensjahr, Zöglinge vom 14. — 17. Lebensjahr, Jugendliche ab dem 17. bis zum 21. Lebensjahr).

Fortan wurden kaum noch Turnfeste ausgelassen, schon allein aus dem Grund, Wettkampferfahrung zu sammeln.

ln der Mitgliederversammlung am 9. September 1906 wurde beschlossen, sich um das "Volkstümliche Gauturnfest" 1907 zu bewerben und damit die Fahnenweihe des Turnverein Hüttigweiler zu verbinden. Bedauerlicherweise sind weitere Unterlagen hierzu nicht vorhanden. Mündlich ist nur überliefert, dass die Fahne nach dem 2. Weltkrieg so verschlissen war, daß sie nicht mehr restauriert werden konnte und ersetzt werden musste.

In der Versammlung am 9. Mai 1909 wurde beschlossen, das Gauturnfest in Ottweiler am 27. Juni 1909 zu besuchen und sich mit einer Riege von 9 Turnern für Reck und Ringe, sowie mit einer Riege von 16 Turnern für Freiübungen mit Stab aktiv zu beteiligen. Für das Turntest in Illingen am 13. Juni 1909 wird die Beteiligung zugesagt.

lm Jahre 1910 lösten sich einige Vereine aus dem Bliesgau und gründeten den ILLTALGAU. Diesem Gau schlossen sich die Vereine TV Hosterhof, TV Hüttigweiler, TV Humes, TV Illingen, TV Michelsberg, TV Wahlschied und TG Wemmetsweiler an.

Das Bestreben, als ILLTALGAU in die Deutsche Turnerschaft aufgenommen zu werden, schlug fehl, da weder die erforderliche Zahl der Mitgliedervereine noch die Zahl der Mitglieder den Mindestanforderungen für einen selbständigen Gau entsprachen. Der Turnbetrieb ging ungeachtet der Verweigerung der Mitgliedschaft zur Deutschen Turnerschaft in vollem Umfang weiter. Fortan mußte sich der ILLTALGAU gefallen lassen, als ,,Der schwarze Gau" bezeichnet zu werden.

Der Turnverein Hüttigweiler erlebte hier einen kolossalen Aufschwung und war sehr bald der dominierende Verein im ILLTALGAU.

Ehrgeiz und Idealismus wurden durch zahlreiche turnerische Erfolge belohnt. Bei allen Veranstaltungen stellte der Turnverein Hüttigweiler die meisten, aber auch die besten Turner. Spitzenturner und die tragenden Säulen des Vereins waren; Wilhelm FIELLBRÜCK, Mathias KÖBRICH, Friedrich KÖNIG, Jakob KÖNIG, Karl KUHN, Friedrich NIKLAS, Wendel QUINT, Jacob WEYRICH und Nikolaus ZIMMER.

Die Turnfeste des ILLTALGAUES in Illingen, Wemmetsweiler, Hosterhof, Hüttigweiler, Humes und Wahlschied bleiben dem Verein in steter Erinnerung, fielen die ersten Preise doch fast ausschliesslich an Hüttigweiler Turner.

In all den Jahren fehlte es natürlich an allen Ecken und Enden an Geld, da die Mitgliedsbeiträge den Finanzbedarf ganz einfach nicht decken konnten. Es mussten Wege gefunden werden, um das Budget etwas aufzubessern und was lag näher als Feste zu feiern. Der Geburtstag des Kaisers wurde also in gebührender Form gefeiert, ein Ball abgehalten und auch schon mal ein Fass Bier mit einem HOCH auf das Wohl seiner Majestät angeschlagen.

Der alljährliche Rekrutenball war ein ebensolcher Anlass, kassierte man doch gleich von den Rekruten, die nicht in Uniform erschienen, ein Strafgeld. Aber auch turnerische Veranstaltungen, wie Schauturnen oder sonstige Sportveranstaltungen trugen im bescheidenen Maß dazu bei, die Kasse etwas aufzubessern.

Mit Ausbruch des 1. Weltkrieges am 1. August 1914 wurde dem Verein eine ungewollte Zwangspause verordnet. Leider dauerte sie viel zu lange und brachte Trauer und Schmerz auch in unsere große Turnerfamilie. 14 Turner kehrten nicht mehr in die Heimat zurück und ruhen in fremder Erde.

Mit Beendigung des 1. Weltkrieges am 11. November 1918 wurde das Saargebiet von französischen Truppen besetzt und stand auch unter französischer Verwaltung. Die Turnvereine wurden sofort verboten. Nach Abschluss des Friedensvertrages von Versailles am 28. Juni 1919 bekam das Saargebiet eine eigene Verwaltung in Form einer Regierungskommision, die das Verbot der Turnvereine lockerte und damit den Vereinen die Möglichkeit zur sportlichen Betätigung wieder gab. lm August 1919, also nach fünfjähriger Zwangspause, konnte der Turnbetrieb wieder aufgenommen werden.

 

Der Neubeginn

In der am 17. August 1919 stattgefundenen Mitgliederversammlung wurde beschlossen, den alten Vorstand bis zum Jahresabschluss 1919 im Amt zu belassen. Wenn auch älter geworden und die schmerzlichen Erfahrungen eines grauenhaften Krieges noch in frischer Erinnerung waren, haben die Turner ihre Ideale nicht vergessen. Auch die Wirren der Nachkriegszeit konnten nicht auslöschen, was jahrelang Bestand hatte. Mit altem Elan und Ehrgeiz galt es fortzusetzen, was vor dem Krieg gerade erst so richtig begonnen hatte. Am 25. Januar 1920 fand die erste Generalversammlung statt, an der Vorstandswahlen auf der Tagesordnung standen.

 

Der Vorstand wurde neu gewahlt und setzte sich wie folgt zusammen:

1. Vorsitzender Andreas SAHNER

2. Vorsitzender Johann KUHN

1. Schriftführer Jakob ZIMMER

2. Schriftführer Peter SCHMIDT

Kassenwart Peter ZIMMER

1. Turnwart Nikolaus ZIMMER

2. Turnwart Mathias KÖBRICH

Beisitzer Nikolaus LERMEN

Beisitzer Konrad ANDLER

Zeugwart Peter SCHMIDT

 

In der Mitgliederversammlung am 10. Oktober 1920 wurde ein Wechsel des Vereinslokals beschlossen. Das Vereinslokal wechselte vom Gasthaus Peter Schmidt zum Gasthaus Peter Scharding. Der Grund des Wechsels ist im Protokoll nicht festgehalten. In der Generalversammlung am 6. Januar 1921 wechselte der Vorstand. Nikolaus ANDLER wurde zum 1. Vorsitzenden und Wendel QUINT zum 2. Vorsitzenden gewählt. Alle weiteren Vorstandsmitglieder wurden in Ihren Ämtern bestätigt. Beschlossen wurde unter Vorsitz des neuen Vorsitzenden, das „Volkstümliche Turnfest" des ILLTALGAUES zu beantragen. Sollte uns das Gauturnfest nicht zugesagt werden, ist der Verein gewillt, ein 20-jähriges Stiftungsfest abzuhalten.

Desweiteren wurde beschlossen, am Ostermontag ein Schauturnen durchzuführen. Den Mitgliedern wurde nahegelegt, sich wieder Turnmützen zu besorgen. Sie sollten umgehend vom Verein beschafft werden. Die Turnmützen waren ein weniger kostspieliger Ersatz für einheitliche Kleidung der Mitglieder.

Das Schautumen am Ostermontag wurde sehr großzügig geplant, sollte es doch eine Demonstration für die Turnbewegung schlechthin aber auch eine wirksame Werbung für den Turnverein sein.

Die Festlichkeiten begannen um 15 Uhr mit einem Festzug, der sich an der Wirtschaft Peter SCHMIDT formierte und von hier durch den Ort mit Musik zur Wirtschaft Peter SCHARDING bewegte. An der Spitze Fähnchen schwenkende Schüler gefolgt von Turnern mit Blitzstäben, Keulen, Kränzen sowie den Turnerinnen, den Gästen und den übrigen Mitgliedern. Die reichhaltige Programmfolge des Schauturnens wurde zügig abgewickelt. Den Abschluss bildete dann ein Turnerball.

Das volkstümliche Gauturnfest wurde an den Turnverein vergeben. Es sollte am 21. August 1991 stattfinden. In der Generalversammlung am 16. April 1991 wurde mit den Vorbereitungen begonnen und in der Versammlung am 6. Juni fortgesetzt.

 

Auszüge aus dem Protokoll der Versammlung vom 6. Juni 1991;

1. Eintrittspreis

Für das Volkstümliche Gaufest wurde der Preis wie folgt festgesetzt. Für Turner über 17 Jahre 4 Mark; für Zöglinge 2 Mark Schüler gehen frei. Privatpersonen zahlen 5 Mark. Der Eintritt für morgens zum Wetturnen wird auf 3 Mark gestellt.

2. Comers

Der Eintritt zum Comers ist frei. Es werden nur Programme verkauft das Stück für 1 Mark aber nur wer ein Programm wünscht, Zur Deckung der Unkosten wird eine Tellersammlung abgehalten. Wer denn einen freiwilligen Beitrag geben will wird von uns dankend entgegen genommen.

 

In der Generalversammlung am 31. Juli 1921 wurde der Kassenabschluss vom Volkstümlichen Gauturnfest vorgelegt, der vorläufige Reingewinn belief sich auf 2.905 Mark. Es ist anzunehmen, daß der ursprünglich festgelegte Termin vom 23. August in den Juli vorverlegt und nicht protokolliert wurde, anders ist der vorzeitige Kassenabschluss nicht zu erklären. Die Geldentwertung machte sich langsam aber sicher bemerkbar, so dass auch der Turnverein mit seinen niedrigen Gebühren und Beiträgen nicht mehr mithalten konnte.

 

ln der Generalversammlung am 8. Oktober 1922 wurden Beiträge und Gebühren der Inflation angepasst. Die Mitgliedsbeitrage wurden für Schüler und Zöglinge bis 16 Jahre auf 5 Mark, die aller übrigen Turner auf 10 Mark festgesetzt. Wer eine Generalversammlung versäumte, zahlte 20 Mark. Schon nach kurzer Zeit machte die fortschreitende Geldentwertung weitere Gebühren- und Beitragserhöhungen notwendig. ln der Generalversammlung vom 1. Januar 1923, die vom Vorsitzenden Karl KUHN geleitet wurde, mussten die Beitrage erneut angehoben werden. Der monatliche Beitrag für aktive Turner wurde auf 50 Mark und für Turner unter 16 Jahre auf 10 Mark festgesetzt.

 

(Auszug aus dem Versammlungsprotokoll vom 1.1.1923)

Ein Turner der eine Turnstunde 3 Mal versäumt wird 50 Mark gestraft. Die Turner müssen die Turnstunde bis zu 30 Jahren besuchen. [gemeint ist hier- bis zum 30. Lebensjahr] Ist die Strafe nicht beizutreiben muß der Turner laut Statut aus dem Verein ausgeschlossen werden.

 

Die nächste Generalversammlung fand am 9. Dezember 1923 unter Leitung des 2. Vorsitzenden Wendel QUINT statt. Wendel Quint erteilte nach Eröffnung der Versammlung dem Kassenwart Johann KUHN das Wort, der den Kassenbericht bis zum 9.12.1923 vortrug und den Kassenbestand mit 28.452,20 Mark und 54,15 Frs. bezifferte. Hier war nun endgültig klar, dass die am 1. Juli 1923 als einzig gültiges Zahlungsmittel eingeführte Frankenwährung für alle gültig und die sehr stark inflationäre Mark abgeschafft war. Damit waren im Saargebiet endlich wieder stabile finanzielle Verhältnisse geschaffen.

 

Einstimmig beschloss die Versammlung, an einem noch festzulegenden Sonntag ein Schauturnen abzuhalten, dessen Erlös nach Deckung der Unkosten für die Kirche bestimmt sein sollte.

 

Vorstandswahl: Zum 1. Vorsitzenden wurde einstimmig „der alte Tumer" Josef KRAUS gewählt der übrige Vorstand blieb in der alten Besetzung im Amt. Verschiedenes: Mit dem Antrag ein Fass Bier zu trinken war alles einverstanden.

 

Die sportliche Betätigung konnte sich zwangsläufig, von einigen Vereinsbegegnungen abgesehen, nur auf den Bereich des ILLTALGAUES beschränken, da der "Schwarze Gau" bei der Deutschen Turnerschaft nicht zugelassen war. Schon 1919 wechselte der TV lllingen wieder zum Bliesgau, andere Tumer wechselten zu Vereinen, die nicht dem ILLTALGAU angeschlossen waren. Nachdem die Anerkennung des ILLTALGAUES durch die Deutsche Turnerschaft aussichtslos war, beschlossen die Mitgliedsvereine 1925 die Auflösung des Gaues und schlossen sich wieder dem BLIESGAU an.

 

In der Jahresversammlung am 28. Dezember 1924 wurde der bisherige Vorstand mit Ausnahme der beiden Turnwarte wieder gewählt. Zum 1. Turnwart wurde Karl KUHN und zum 2. Turnwart Jakob WEYRICH, zum Jugendwart Albert Schäfer und als Vorturner wurden Otto WEISKIRCHER und Fritz KESSLER gewählt.

 

Der beschlossene Familienabend wurde am 6. Januar abgehalten.

 

Musik ist dem Turner Heinrich Weyrich übertragen worden, sie setzt sich zusammen aus zwei Mann, einem Klavierspieler und einer Geige.

 

Nicht zu belegen, aber nachzuvollziehen ist, dass auf Antrag des Vorsitzenden Josef KRAUS, den gefallenen Turnern eine Gedenktafel zu widmen, angenommen wurde. Nach einem Entwurf des Turners Jakob ZIMMER wurde die Tafel von dem Schreinermeister Karl SCHERER und dem Malermeister Heinrich SCHMIDT in würdiger Aufmachung hergestellt. Die Kosten hierfür beliefen sich auf 1.255,- Frs., die durch Beschluss der Mitgliederversammlung vom 23. August 1925 durch eine Umlage von 3,- Frs. für 2 Monate beglichen werden sollten.

 

Weiter wurde beschlossen, am 19. September 1925 die Gedenktafel in feierlicher Form einzuweihen.

 

Als Ehrengaste wurden eingeladen:

 

Vorsteher RITTER, Raßweiler 

Pfarrer Dr. MAXEIN, Hüttigweiler 

Forster CHRISTIAN ; Wustweiler 

Andreas FUCHS, Hüttigweiler 

1. Gauvorsitzender BUTTNER, Neunkirchen 

Friedrich LICHT, Michelsberg 

1. Gauturnwart KOLBUS 

Bürgermeister DORPLER, Illingen 

Herr Oberbahnvorsteher ECKNER, Wemmetsw. 

Obersekretär MOTZHEIM, Illingen 

Herr Kommissar ROLL, Illingen 

Wilhelm ANDLER, St. Wendel 

Herr Fahrsteiger Hans GROSS Maschinensteiger Fritz GUTMUND, V.d.H.

 

Die Jahrtausendfeier der Rheinlande, zu denen auch das Saargebiet zählte, wurde am 21.O6.1925 im großen Rahmen begangen, an der sich natürlich auch der Turnverein beteiligte. Den Beamten und Schulen wurde die Teilnahme daran jedoch erboten.

Josef KRAUS, Maschinensteiger bei den Saargruben war als solcher auch Beamter. Nachdem ersich, ungeachtet des Verbots, bei der Jahrtausendfeier engagierte und in einer zündenden Rede ein ioatriotisches Bekenntnis zum Deutschen Vaterland ablegte, wurde er von den Saargruben entlassen und des Landes verwiesen. Josef KRAUS verließ mit seiner Familie vorübergehend das Saargebiet und fand in Gelsenkirchen eine Anstellung. Seine Ausweisung war jedoch nicht von langer Dauer.

 

Die Einweihung der Gedenktafel erfolgte am 19. September 1925 in einem Festakt unter Leitung des Vereinsvorsitzenden Josef KRAUS.

 

FESTFOLGE am 19. September 1925

 

Vormittags gemeinschaftlicher Kirchgang sämtlicher Turner vom Vereinslokal SCHARDING mit Musik ausgeführt vom Musikverein Hüttigweiler zum Preis von 300,- Frs. für den ganzen Tag. Das Amt soll bestimmt sein für die gefallenen Krieger. Der Kirchgang erfolgt für aktive Turner in weisser Hose und dunkelen Rock, für andere Mitglieder in Frack und Zylinder. Mittags aufstellen des ganzen Vereins beim Lokal Peter SCHMIDT Abmarsch um 4 Uhr mit Musik zum Vereinslokal Peter SCHARDING.

 

Im Saal des Vereinslokals wurde der Festakt mit einem Choral des Musikvereins eröffnet. Der 1. Vorsitzende Josef KRAUS begrüßte die Ehrengaste, Vereinsmitglieder und Besucher. Er wies auf die besondere Bedeutung des Festaktes hin und bedankte sich mit herzlichen Worten bei den Schopfern der Gedenktafel. Nach einem Prolog, vorgetragen von Frau Schäfer, einem Liedvortrag des Gesangvereins Frohsinn und einem erneuten Prolog, vorgetragen von Frau KUHN, nahm der Gemeinde Obersekretär MOTZHEiM, in Vertretung des Bürgermeisters, die Enthüllung der Gedenktafel vor.

 

Nach einem Prolog, vorgetragen von Frau HELLBRÜCK und einem Musikstück des Musikvereins, hielt der 1. Vorsitzende des Bliesgaues Otto BÜTFNER die Festrede. Nach weiteren Prolog- und Gesangsvortragen folgte das Theaterstück "HEIMATSCHOLLE", dargeboten von der Theatergruppe des Turnvereins. Der Vorsitzende fand in seinem Schlußwort dankende Worte für alle Beteiligten. Mit dem gemeinsamen Lied "lch hatte einen Kameraden" und dem Schlussmarsch des ivlusikververeins war der Festakt beendet.

 

Die Gedenktafel hatte von Anbeginn ihren Standplatz im Vereinslokal und wurde dort gut sichtbar angebracht. Am Volkstrauertag einesieden Jahres wurde die Tafel mit Blumen und Kränzen dekoriert und der Gefallenen des Krieges gedacht.

 

ln der Generalversammlung am 06. Januar 1926 wurde Josef KRAUS erneut zum 1. Vorsitzenden und Johann Zimmer zum 2. Vorsitzenden gewählt.

 

Am 11.Juli 1926 fand das Gauturnfest in Wemmetsweiler statt. Der Verein nahm vollzählig mit Knübpelmusik daran teil. Am 25.07.1926 verstarb Josef KRAUS und wurde unter großer Beteiligung der Burger in Hüttigweiler beigesetzt.

 

ln der Jahresschlußversammlung am 6.1.1927 wurde Johann Zimmer zum 1. Vorsitzenden und zum 2. Vorsitzenden Andreas SAHNER gewählt. Es wurde beschlossen, den Familienabend am 1. Sonntag im Februar abzuhalten. Hier sollte eine Theatervorvorführung unter Leitung von Mathias JOST, sowie Turnübungen einer Männerriege stattfinden. Desweiteren wurde eine Beitragserhöhung beschlossen und auf 2,- Frs. festgesetzt.

 

ln der Versammlung am 15.5.1927 wird beschlossen, daß der Verein an der GOETZWANDERUNG teilnimmt. Der Marsch soll mit Musik verschönert werden. Jedes Mitglied zahlt 1,- Frs. zur Deckung der Musikunkosten. Der Abmarsch erfolgt von der Wirtschaft KESSLER und geht über Wustweiler — Uchtelfangen nach Göttelborn. Es wird außerdem beschlossen, das Volksturnen (Leichtathletik) wieder zu beleben. Fritz KESSLER wurde zum Volksturnwart gewählt. Die erforderlichen Geräte sollten instandgesetzt und ein neuer Sprungstab aus Bambus angeschafft werden.

 

Der Antrag auf Gründung einer Schwimmabteilung wurde abgelehnt, die Gründung einer Theaterabteilung aber beschlossen. Am 26.6.1927 wurde Jakob WEYRICH zum Spielleiter dieser Abteilung gewählt.

 

In der Versammlung am 7.8.1997 wurde beschlossen, eine Damenriege zu gründen. Der Beschluss wurde am 11.09.1997 realisiert und Nikolaus ZIMMER zum Damenturnwart gewählt. Bei den Turnerinnen sollten weder Aufnahmegebühren noch Mitgliedsbeiträge erhoben werden. Die Beitragsfreiheit erwies sich doch sehr bald als nicht haltbar und wurde auf 1 Jahr begrenzt. Um die Teilnahme am Deutschen Turnfest in Köln zu erleichtern, wurde eine "Extrakasse" angelegt, in der die Turnfestteilnehmer Sparbeiträge zur Finanzierung der Reise nach Köln anlegen konnten. Karl KUHN wurde damit betraut.

 

Am 2. Oktober 1927 wurde ein Herbstabturnen mit anschließendem Ball in 2 Sälen (Peter SCHARDING und Johann SCHMIDT) abgehalten.

 

In der Versammlung am 15.1.1928 wurde ein Schauturnen auf den 5. Februar festgelegt, zu dem der 1. Gauvorsitzende BUTTNER, der Gauschriftwart DÖRR sowie der Damenturnwart HERRMANN eingeladen werden sollten. Ein "Karnevalistischer Abend" wird am 12. Februar abgehalten. Prinz Karneval ist Matz FRISCH, Herold Jakob SAAR, Hofnarr Fried NIKLAS, narrischer Richter Johann ZIMMER, 9 Beisitzer Gerlach JOCHUM und Wilh. JOCHUM. Die drei Clowns sind Karl KUHN, Jakob KÖNIG und Matz ZIMMER. Als Eintritt musste jeder Besucher eine Kappe zum Preis von 9,50 Frs. kaufen. Dies war der Anfang der Fastnachtstradition des TV Hüttigweiler, die sich bis zum Jahre 1997 fortsetzte.

 

Das DEUTSCHE TURNFEST in Koln vom 21. bis 30. Juli 1928 war das herausragende turnensche Ereignis des Jahres. 11 Turner des TV Hüttigweiler nahmen an diesem Fest mit einer Vereinsriege am Barren teil. Sie konnten mit sich selbst zufrieden sein und stolz die Heimreise antreten.

 

Am 20.01.1929 findet ein Gerätewettkampf mit den Vereinen Herrenaohr, Altenwald und Heiligenwald im Saal des Vereinalokals SCHARDING statt. Der Eintritt kostet nachmittags

1,- Fra., abends 3,- und 2,- Fra.

 

ln der Versammlung am 06.07.1930 wird beschlossen, den Jugendturnern, die am Jugendturnfest in Neunkirchen teilnehmen, Startgeld und Fahrtkosten zu bezahlen. Beschlossen wurde weiter, das 30 jährige Stiftungsfest des Vereins am 31. August 1930 abzuhalten. An diesem Fest werden Mitglieder für 25-jährige Mitgliedschaft mit einem Diplom und für 30-jährige Mitgliedschaft mit einer Vereinanadel geehrt.

 

In der Vorstandsitzung am 15.06.1931 beschließt der Vorstand, daß sich der Verein am Gauturnfeat, welches am 05.07.1931 in St. Wendel stattfindet, beteiligt. Eine Musikkapelle von 8 Mann wird zum Preis von 320,- Fra. unter der Bedingung verpflichtet, daß sie den ganzen Tag zur Verfügung steht. Der Abmarach nach St. Wendel erfolgt um 9 Uhr am Vereinslokal. Die Musik muß sich auch am Festzug beteiligen. Nach der Preisverteilung geht es mit Musik zum Bahnhof, von dort mit dem Zug Richtung Heimat und weiter mit Musik zum Vereinalokal. Jeder Teilnehmer zahlt schon beim Abmarsch am Vereinslokal 1,- Fra. Musikgebühr.

 

ln der Generalversammlung am 22. Mai 1933 eröffnete der 1. Vorsitzende Nikolaus ZIMMER die Versammlung und erteilte Friedrich KÖNIG das Wort, der über die neuen Richtlinien der DT informierte. Die Versammlung nahm die Ausführungen zur Kenntnis und der Vorstand trat zurück. Den Richtlinien entsprechend wurde sodann Nikolaus ZIMMER zum Vereinsvertreter gewählt. Die Versammlung am 28. Mai 1933 wurde vom Vereinsvertreter Nikolaus ZIMMER eröffnet.

Nach einleitenden Worten begrüßte er den "Gauleiter" (gemeint war hier der Leiter des Bliesgaues) Heinrich THIEL, der über die Gleichschaltung von Volk und Vaterland einen Vortrag hielt. Danach ernannte er Nikolaus ZIMMER zum 1. Vereinsführer des TV Hüttigweiler mit Handschlag. Es erfolgte die Ernennung der weiteren Vorstandsmitglieder durch den Vereinsführer.

 

Der Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:

 

1. Vereinsführer Nikolaus ZIMMER

2. Vereinsführer Karl KUHN jun.

Schriftführer Wendel QUINT

Kassierer Josef ECKERT

Oberturnwart Jakob KÖNIG

Schatzmeister Nikolaus AN DLER

Dietwart nicht besetzt

(Der Dietwart war ein mit der Pflege

des Volkstums Beauftragter)

 

In der Versammlung am 06.08.1933 legte Nikolaus Zimmer sein Amt als 1. Vereinsführer nieder. Die Gründe hienfür wurden nicht protokolliert. Auf Vorschlag von Edmund KRAUS wurde Peter KÖNIG zum vorläufigen Vereinsführer gewählt. In der Generalversammlung am 18.09.1933 wurde er vom 1. Führer des Bliesgaues Heinrich Thiel als 1.Vorsitzender bestätigt. Der weitere Vorstand wurde vom 1. Vereinsführer wie folgt ernannt;

 

2. Vereinsführer Karl KUHN jun.

Oberturnwart Friedrich KÖNIG

Kassen- und Zeugwart Nikolaus ECKERT

Schriftwart Wendel ÖUINT

 

Das Bestreben der damaligen Machthaber, die Deutsche Turnerschaft, bei der Idealismus und Patriotismus groß geschrieben wurden, was bekannt war, mit allen Mitteln für Ihre Ziele zu gewinnen wurde immer deutlicher. Als der Reichssportführer 1935 den Reichsbund für Leibesübungen ins Leben rief, war die Deutsche Turnerschaft zu einem Verband unter vielen im DRL (Deutscher Reichsbund für Leibesübungen) degradieit. Hierzu ein Zitat aus einer Rede eines Vereinsvorsitzenden anlässlich eines Familienabends

im Herbst 1935. "Den Namen Turnverein hat man uns genommen, jetzt heissen wir leider - Verein für Leibesübungen -, aber im Herzen sind und bleiben wir Turner unseren Idealen treu" Die vier „F" waren als Symbol noch gefragt, in ihrer Bedeutung aber nur noch Phrase. Frisch - Fromm - Frohlich - Frei -, damit war es nun vorbei.

 

Aus mühsam ermittelten und gesichteten Unterlagen geht hervor dass in den Jahren 1935 bis 1937 Friedrich KÖNIG zum Vereinsführer gewählt und bestätigt war. Ein erneuter Wechsel in der Vereinsführung erfolgte 1938. Peter KÖNIG wurde zum 1. Vereinsführer gewählt. Er hatte dieses Amt bis zu seiner Einberufung zum Kriegsdienst im Jahre 1942 inne. Mit seiner Einberufung wurde der Turnbetrieb endgültig eingestellt.

 

Am 4. April 1944 verstarb Peter KÖNIG an den Folgen einer in Russland erlittenen Verwundung in einem Kriegslazarett in Rumänien.

 

Der Neubeginn nach 1945

Der 2. Weltkrieg ist am 8. Mai 1945 zu Ende. Amerikanische Truppen sind in das Saargebiet einmarschiert, gefolgt von den franz. Besatzungstruppen, die sogleich die Aufsicht und Kontrolle über die Vervvaltungsorgane des Saargebiets übernahmen.

 

Nur sehr langsam konnte sich das Vereinsleben wieder entwickeln, denn die Direktive Nr. 23 des Alliierten Kontrollrates (er setzte sich aus den 4 Siegermachten, USA, Großbritannien, Frankreich und der UdSSR zusammen ) vom 17.12.1945 untersagte allen vor der Kapitulation bestandenen sportlichen, militärischen und paramilitarischen Organisationen jegliche Betätigung und verfügte deren Auflösung zum 01.01.1946. Für die Turnvereine im Saargebiet war der Neuanfang nicht immer einfach. Die jetzt verantwortlichen Politiker, wie auch die franz. Besatzungsmacht erinnerten sich noch recht gut an die prodeutsche Haltung der Turner vor und während des Abstimmungkampfes 1935. Gerade dieses deutsch-nationale Gemeinschaftsbewusstsein der Turner sollte ausgelöscht, zumindest aber unterbunden werden. Die Bildung nichtmilitärischer Sportorganisationen örtlichen Charakters, die das Niveau eines Kreises nicht übersteigen sollten, waren erlaubt. Das Schwergewicht sollte bei der Jugendarbeit auf Gesundheit, Hygiene und Erholung liegen.

 

Bernhard Eckert, der schon sehr jung Mitglied des Turnvereins wurde, begann sehr bald mit den ersten "Gehversuchen" als Gerätetumer und erwies sich als gelehriger und talentierter Turner. Schon als Jugendlicher nahm er an Gerätewettkämpfen teil. Nach der Volksabstimmung 1935 meldete er sich freiwillig zur Deutschen Wehrmacht und wurde nach Landshut einberufen. Seine Liebe zum Gerateturnen veranlasste ihn, sich um die Versetzung in eine Sportkompanie zu bemühen. Die besten Aussichten hierfür bot die Sportkompanie der Luftwaffe, die auch die Deutschlandriege im Geräteturnen stellte. Fortan konnte er sich wieder ausgiebig dem Turnsport widmen, was ihn auch in den Kreis der deutschen Spitzenturner führte, zu denen er sich sehr bald zählen dunfte. Der Krieg verlangte seinen Tribut. Die Sportkompanie wurde dem Bodenpersonal der Luftwaffe zugeteilt. Die Turner konnten ihren Sport in den Turnvereinen der Garnisonstädte weiter betreiben, was Berhard ECKERT so weit wie möglich ausnutzte. Am Ende des Krieges war er in Berlin stationiert und entzog sich auf seine eigene Art der Gefangenschaft. Er kehrte schon 1945 in seine saarländische Heimat zurück, wo er am liebsten gleich mit dem Gerätetumen begonnen hätte. Das Sportverbot des Alleierten Kontrollrates macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Wer Berhard ECKERT kannte, der wusste, dass er so schnell nicht aufgab und vielmehr alles daransetzen wurde, seinen Tumsport wieder ausüben zu können.

 

Die Verfügung über die Umbildung der Sportvereine im Saargebiet kam ihm entgegen, so dass der Turnbetrieb in Hüttigweiler, wenn auch nicht ganz legal, wieder aufgenommen werden konnte. Die Verfügung über die "Umbildung der Sportvereine im Saargebiet" ( Amtsblatt Nr. 6 vom 13.02.1946 ) besagt, dass sportliche Vereinigungen sich nur im Omnispoitverein zusammenschließen und tätig werden konnen. (Omnisport heißt alle Sportarten in einem Verein zusammengefaßt.) Geräteturnen ist und bleibt untersagt, Leibesübungen am Gerat waren jedoch nicht verboten. Die Turner konnten sich also in Omnisportvereinen betätigen. Überraschend wurde lt. Amtsblatt Nr. 24 vom 04.07.1946 das Gerateturnen im Freien erlaubt. Gerateturnen im Saal blieb weiterhin verboten. Die Hüttigweiler Tumer nehmen diese Verfügung zum Anlass den Turnbetrieb wieder aufzunehmen.

 

Bernhard Eckert, der immer wieder bemüht war, seine alten Turnkameraden aufzurütteln und zu einem Neubeginn zu bewegen, brauchte

nicht mehr mit List und Tucke zu versuchen den Turnbetrieb aufzubauen. Seinem Einsatz und sein ständiges Bemühen auch über den Verein hinaus hat viel mit dazu beigetragen den Turnsport wieder "hoffähig" zu machen.

 

Viel Verständnis, Hilfe und so manches "zugedrückte Auge" fand er bei den damaligen kreiskommandanten der französischen Besatzung in Ottweiler, Monsieur Lindener (Vorname und Dienstgrad leider unbekannt), der ein passionierter Turner aus dem Elsass war.

 

Am 20.04.1947 fand der erste Gerate-Wettkampf im Schwimmbad in Dudweiler zwischen Hüttigweiler und Dudweiler, von Arthur SCHMITT, Erwin WEBER und Bernhard ECKERT organisiert, statt. Am 15.06. 1947 findet beim Bildstocker Sportfest ein Geräte-Vierkampf statt, an dem auch der Turnverein Hüttigweiler mit 4 Einzelturnern teilgenommen hat.

 

Im Amtsblatt Nr. 66 vom 10.09.1948 der Saarregierung wird das Geräteturnen in den Sporthallen und Sälen wieder erlaubt. lm Mitteilungsblatt des Landessportverbandes (LSVS) wird am 07.10.1948 der Aufruf zu einer Gründungsversammlung einer zukunftigen Gemeinschaftsvereinigung der bestehenden Abteilungen "Turnen" in den Omnispoltvereinen am 17. Oktober 1949 veröffentlicht. Ein Gerätewettkampf zwischen Hüttigweiler und einer starken Riege des TV VÖlklingen am 20.03.1949 endete mit einem Sieg der Hüttigweiler Turner vom 13. - 15.08.1949 findet das 1. kreisgruppen — Turnfest der Gruppe Ost nach dem 2. Weltkrieg in Ottweiler statt. Der Turnverein Hüttigweiler beteiligte sich mit einer stattlichen Zahl von Einzelkämpfern und einer Vereinsriege am Pferd mit 21 Turnern und ernielt das Prädikat "sehr gut". 1949 trat die gleiche Riege beim Landesturnfest in Volklingen an und wurde mit dem Prädikat "Vorzüglich“ ausgezeichnet.

 

Die "Vereinigung unter einem Dach" hat allen Sporttreibenden wenig behagt, waren sie doch alle an die Selbstständigkeit ihrer Vereine gewohnt und wollten Sie auch beibehalten. Betroffen waren Fußballer Radfahrer, Athleten, Tischtennisspieler und Turner. Die vorgenannte Verfügung war nicht zu umgehen, wollte man nicht ein Verbot oder gar ein Strafverfahren riskieren. Es kam also zunächst zu einem lockeren Zusammenschluß der Vereine, den man nur mit gutem Willen als Omnisportverein bezeichnen konnte.

 

Den Behörden reichte dies jedoch nicht. Die Abteilungen wurden aufgefordert, den Verein nach den gegebenen Richtlinien zu gründen. Dieser Forderung wurde am 09.10.1949 in einer eigens hierfür einberufenen Versammlung Rechnung getragen.

 

Es wurde ein Präsidium gewählt das sich zunächst aus dem Präsidenten, dem Geschäftsführer und dem technischen Leiter zusammensetzte. Gewählt wurden zum Präsidenten - Bernhard DORR, zum Geschaftsfuhrer Theo GROSS und zum technischen Leiter Hugo ANDLER. Die Versammlung beschloss, daß die Abteilungsleiter und deren Geschaftsführer mit vollem Stimmrecht dem Präsidium angehören. Die vorbereitete Satzung, die ebenfalls zu beschließen war wurde eingehend erläutert, von der Versammlung angenommen und in Kraft gesetzt. Der Verein tragt den Namen - VfB Hüttigweiler -. Das Bestreben der Abteilungen, möglichst bald ihre Selbständigkeit wieder zu erlangen sollte sehr bald zum Erfolg führen.

 

Die Änderung des Gesetzes zur Zulassung von Sportvereinen im Saarland, veröffentlicht im Amtsblatt vom 21.09.1950, hob das Omnisportprinzip auf. Die Vereine wurden wieder selbständig.

 

Am 25.03.1950 fand ein erster Landervergleichskampf der Geräteturner zwischen dem Saarland und Frankreich in Sulzbach statt, der von Frankreich gewonnen wurde. Bernhard ECKERT, der in der Saarlandriege turnte, erzielte unter den Saarlandern das beste Ergebnis in der Einzelwertung.

 

Am 24. und 25. Juni 1950 feierte der Turnverein in Verbindung mit einem Gauturnfest des Turngaues - Blies - sein 50-jahriges Vereinsjubilaum. Fast 1.000 Teilnehmer aus 17 Vereinen wurden erwartet, was doch einen erheblichen Organisationsaufwand erforderlich machte. Festplatz und Wettkampfstätten mussten hergerichtet werden.

 

Da der vorhandene Sportplatz nicht ausreichte, konnten die angrenzenden AU - Wiesen, dank des Entgegenkommens der Besitzer, mit einbezogen vverden. Ein Festzelt sollte in den Au-Wiesen aufgestellt werden. Ein hierfür in Aussicht gestelltes Zelt konnte aus finanziellen Grunden nicht in Anspruch genommen vverden. Es musste also Ersatz durch "Marke Eigenbau" geschaffen werden. Mit großem Einsatz und vielseitiger Hilfe wurde auch dieses Problem gelost. Das Fest konnte beginnen.

 

Am Samstag, dem 24. Juni begann das Fest mit den Wettkampfen der Altersturner. Als feierlicher Auftakt erfolgte die Weihe einer neuen Vereinsfahne, welche die verrottete und zerfallene Fahne aus dem Jahre 1907 ersetzen sollte. Angefertigt wurde die Fahne aus einem „nicht mehr benotigtem" Fahnentuch, das von Magdalene SCHEIDT beidseitig kunstvoll bestickt und von Martha AMANN und Maria KUHN genaht vvurde. Der Fahnenweihe schloss sich eine Gefallenenehrung am Kriegerdenkmal an. Um 20.30 begann der Festkommers im Festzelt.

 

Am Sonntag wurde das Festprogramm mit den Wettkämpfen fortgesetzt und lediglich von einem, auf dem Sportplatz abgehaltenen Feldgottesdienst kurz unterbrochen. Der vorgesehene Festzug durch Huttigweiler formierte sich zum Abmarsch und wurde auf halbem Weg vom Regen überrascht. Der Himmel öffnete seine Schleusen. Die Festzugteilnehmer, zum Teil vollig durchnasst, suchten Zuflucht in den Häusern, Die lll fasste das Wasser nicht und das ,,Rückhaltebecken AU" sorgte für Badefreuden. Aus dem Turnfest wurde fast ein Schwimmfest. Der Nachmittag fiel im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Das Fest musste abgebrochen werden.

 

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